Bild: Deutsche Soldaten beim Betrachten von Druckgrafik bei den »Bouquinistes« am Ufer der Seine, Paris 1940 © bpk

denn der ausverkauf ist bereits weit fortgeschritten...

 

Die vergessenen Erwerbungen in Paris 1941/42

Kabinettausstellung im Schloss Wilhelmshöhe • 1. Oktober 2020 bis 17. Januar 2021


Edith Standen und Rose Valland überwachen einen Transport im Central Collecting Point in Wiesbaden nach Frankreich, 1946, © Archive of American Art.jpgEdith Standen und Rose Valland überwachen einen Transport im Central Collecting Point in Wiesbaden nach Frankreich, 1946, © Archive of American Art

Mit der Besetzung Frankreichs im Sommer 1940 setzte ein Raubzug von Kunstwerken ein, der die Enteignung jüdischer Sammlungen vorantrieb. Zahlreiche Kunstsammler und auch Mitarbeiter deutscher Museen reisten nach Paris, so auch Hans Möbius, Archäologe und stellvertretender Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel.

Die Kabinettausstellung widmet sich erstmals dem Thema und stellt anhand von erhaltenen Dokumenten und Fotos die Umstände der Erwerbung vor sowie die anschließenden Bemühungen der Rückgabe an Frankreich nach dem Kriegsende. Im Zentrum stehen dabei einige in Kassel verbliebene Kunstwerke. Warum wurden diese nicht zurückgegeben? Was wissen wir über deren Erwerb? Und wie gehen wir heute mit ihnen um?

Mehr über die vergessenen Erwerbungen erfahren

Bild: Deutsche Soldaten beim Betrachten von Druckgrafik bei den »Bouquinistes« am Ufer der Seine, Paris 1940 © bpk

Nicht nur Hitler und Göring bedienten sich in Paris in umfangreichem Maße, sondern auch zahlreiche deutsche Museen erwarben Kunstwerke für ihre Sammlungen. Paris avancierte zu einem »Eldorado« für Kunstsammler, wenngleich diesmal unter negativen Vorzeichen: Das Meiste wurde in zentralen Sammellagern zusammengetragen. In Kunsthandlungen wurden darüber hinaus viele Werke angeboten, deren Herkunft nicht immer klar war.

Hans Möbius, ein anerkannter Archäologe und der stellvertretende Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, nutzte 1941/1942 seine Aufenthalte als Kunstschutzoffizier in Paris auch für den Erwerb von Werken. Neben Antiken waren dies Gemälde, Möbel, kunsthandwerkliche Objekte, Graphiken und Bücher.

Diese Erwerbungen wurden nach dem Ende des Krieges von den Alliierten als unrechtmäßig eingestuft und mussten deshalb an Frankreich restituiert werden. In umfangreichen Listen wurden die Erwerbungen erfasst und zurückgeführt. Einige Werke verblieben jedoch in Kassel, da sie entweder zum Zeitpunkt der Rückführungen nicht auffindbar oder nicht identifizierbar waren.