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Arabeskentapete, Manufacture J. B. Réveillon, Paris, 1785, Staatliche Museen Kassel

Arabeskentapete
Manufacture J. B. Réveillon, Paris, 1785, Bogenpapier, gestrichener Fond, Handdruck mit 16 Leimfarben, 186 x 61 cm
Inv. Nr. 600

Deutsches Tapetenmuseum > Papiertapete



Nachdem Tapeten lange vom Textildesign beeinflußt blieben oder Holz und Marmor imitierten, entstand erstmals in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Ornamentik, die speziell für die Wanddekoration entwickelt wurde.

Vorbilder waren vor allem Grotesken, wie sie Raffael (1483–1520) für die vatikanischen Loggien aus der antiken Malerei abgeleitet hatte. Widersinnigerweise als arabischer Stil gedeutet, entsprachen diese „Arabesken“ in ihrer strengen Spiegelsymmetrie dem Geschmack des Klassizismus.

So widersprüchliche Elemente wie Scheinarchitekturen, die von Säulen aus feingliedrigen Blumen getragen werden, und antikisierendes Figurenrepertoire, das von Blumengirlanden umrahmt wird, sind streng an der Mittelachse ausgerichtet. Die einzelnen Tapetenbahnen mit ihren übereinander gestaffelten Motivgruppen konnten mit passenden Bordüren oder Pilastern zu einem raumfüllenden Kontinuum verbunden werden.

Vor allem die Manufacture J. B. Réveillon sorgte mit hohen Auflagen für eine weite Verbreitung der Arabeskentapeten.







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