Goldledertapete, Spanien (Cordoba?), 1560, Staatliche Museen Kassel

Goldledertapete
Spanien (Cordoba?), 1560, Leder, Blattsilber, punziert, mit Ölfarbe bemalt, 176 x 46 cm
Inv. Nr. 109/109

Deutsches Tapetenmuseum > Goldledertapeten





Seit der Renaissance zählten Goldledertapeten zum festen Bestandteil der Raumausstattung an europäischen Adelssitzen. Ihr Material und ihre aufwendige Herstellungsweise machten sie zu begehrten Luxusgütern. Als eine der zahlreichen Techniken der Lederverarbeitung hatte die Goldlederherstellung vor allem im spanischen Cordoba ihr Zentrum.

Gegerbte Felle wurden zunächst versilbert, um erst dann mit einem golden schimmernden Lack aus Kolophonium, Harz und Leinöl versehen zu werden. Daher ist eigentlich Silber für den Glanz dieser Tapeten verantwortlich, nicht Gold. Mit geschnitzten Holzmodeln druckte man schließlich florale Muster auf den Goldgrund und strukturierte den Dekor zusätzlich durch verschiedenartige Punzierungen.

Geläufig waren stilisierte Granatapfelmuster, wie sie auf diesem frühen spanischen Exemplar von breiten Flechtbändern umschlossen werden. Drei aneinander genähte Paneele bildeten zusammen mit einer abschließenden Bordüre eine Tapetenbahn.













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