Mathematischer Besteckkasten, Johann Heinrich Buchart, Hamburg, 1686, Staatliche Museen Kassel

Mathematischer Besteckkasten
Johann Heinrich Buchart, Hamburg, 1686, vergoldetes Messing, Stahl, Nussbaum-Holzkasten, 48 x 80 x 32,5 cm
Inv. Nr. G 24

Astronomisch-Physikalisches Kabinett > Mathematik und Informationstechnik

In einem kunstvoll gefertigten Holzkasten mit drei Einsätzen und zwei Schubläden befinden sich verschiedene Instrumente. Ein signierter Vollkreis, der mit einem Kompass versehen ist, liegt neben diversen Proportionalzirkeln und Linealen, einem Geschützaufsatz sowie einem Zirkel, mit dem man die Größe und Schwere von Kanonenkugeln messen kann. Diese wurden als mathematische Instrumente zusammengefaßt, da alle meßbaren Phänomene, wie Ballistik, Astronomie, Landvermessung und Optik, in der Frühen Neuzeit als angewandte Mathematik bezeichnet wurden. Neben diesen mathematischen Geräten findet man eine Schere, ein Tintenfass, Radiermesser und Reißfedern.
Dieser Besteckkasten repräsentiert die Aufgaben des Landgrafen. Zum einen symbolisiert die Schreibtischgarnitur die landgräfliche Verwaltungsfunktion. Zum anderen demonstrieren die anderen Geräte die Pflichten des Herrschers, sein Land nach außen zu schützen und im inneren die Ordnung zu garantieren. Der Geschützaufsatz steht für den Schutz und die vermessungstechnischen Instrumente, wie Proportionalzirkel und Vollkreis, für die innere Ordnung. Da die Instrumente kaum Gebrauchsspuren aufweisen, kann man davon ausgehen, daß sie die Besucher des landgräflichen Schlosses symbolisch und dekorativ auf die Aufgaben des Landgrafen hinwiesen.





© 2010 Museumslandschaft Hessen Kassel (www.museum-kassel.de)
Die Museumslandschaft Hessen Kassel ist eine Einrichtung des Landes Hessen

Diese Seite ausdrucken | Webmaster | Impressum















.