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Heliotrop A. Hochapfel, Kassel 1857. Material: Messing, Stahl, Glas, Maße: Höhe 32 cm. Inv. Nr. E 111 Astronomisch-Physikalisches Kabinett > Geodäsie |
Eines der Hauptprobleme bei Vermessungen über weite Entfernungen besteht im Erkennen des Punktes, den man anpeilen will. Nicht nur regnerische sondern auch diesige Tage fielen komplett für solche Messungen aus. Dies bedeutete, daß Vermessungseinsätze nur schlecht vorausgeplant werden konnten. Abhilfe schaffte die Erfindung des Heliotrops (zu deutsch: Sonnenwender) durch den Mathematiker Carl Friedrich Gauß. Gauß war in den 1820er Jahren mit der Vermessung des Königreichs Hannover betraut und setzte dieses Gerät mit großem Erfolg iein.
Bei einer Vermessung erster Ordnung werden in einem Dreieck, in dem eine Strecke bekannt ist, alle drei Winkel vermessen. Die drei Vermessungsstationen befinden sich meist auf höherliegenden Geländepunkten, wie Bergen oder Kirchen. Will man von einer Station aus den Winkel, den diese Station mit den beiden anderen bildet, messen, stellt man den Theodoliten auf diese Station, auf die beiden anderen Heliotrope. Die beiden Spiegel der Heliotrope werden so eingestellt, daß der eine das Sonnenlicht auf den zweiten reflektiert. Der zweite wiederum spiegelt das Sonnenlicht genau in die Verbindungsachse zwischen dem Heliotrop und dem entfernten Theodoliten. Im Theodoliten sieht der Beobachter dann einen hellen Lichtpunkt, der seinen Zielort repräsentiert. Den Lichtpunkt eines Heliotrops kann man bis zu 100 km weit durch das Fernrohr des Theodoliten erkennen.
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