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Präzisionspendeluhr in druckdichtem Tank, München, 1909, Staatliche Museen Kassel

Präzisionspendeluhr in druckdichtem Tank
Siegmund Riefler (1847–1912), München, 1909, Messing, Nickel, Stahl, Glas, H. 144 cm, Dm. Drucktank 30 cm
Inv. Nr. Uhr 3

Astronomisch-Physikalisches Kabinett > Uhrenkabinett


Diese Uhr stellt das Optimum dar, das mechanische Präzisionsuhren erreichen können. Ihre Abweichung beträgt höchstens 0,015 s pro Tag – fast hundertmal genauer als die Uhren Jost Bürgis. Verantwortlich für den genauen Gang sind das Kompensationspendel, seine Einbringung in einen Vakuumtank und eine vollkommen freie Ankerhemmung. Das Pendel besteht aus einer Nickel-Stahl-Legierung und weist einen ungewöhnlich geringen temperaturabhängigen Ausdehnungskoeffizienten auf. Der Vakuum-Tank schützt das Pendel vor mechanischen Störungen wie Luftreibung oder Schwankungen des Luftdrucks. Die Temperaturverteilung im Zylinder wird in drei unterschiedlichen Schichten durch Thermometer überwacht, das Vakuum durch ein Quecksilberbarometer. Die Uhr wurde von 1911–1937 im Zeitdienst der Hamburger Sternwarte Bergedorf eingesetzt. Erst mit der Einführung piezoelektrischer Quarzkristalle mit hoher Schwingungskonstanz endete die Ära der mechanischen Präzisionsuhren. Die Atomuhr in Braunschweig, die das Zeitsignal für Deutschland erzeugt, macht sich die Schwingungen von Cäsium-Atomen zunutze und weist einen Fehler von 1 s in 1 Mio. Jahren auf.





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