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Deutsches Tapetenmuseum
Goldledertapete
Die Goldledertapete konnte zur Zeit der absolutistischen Fürstenhöfe bereits auf eine lange Tradition zurückblicken, erlebte jedoch im Barock ihre glanzvollste Epoche. Die Kunst der Goldlederbearbeitung gelangte im 9. Jahrhundert aus Nordafrika über Spanien nach Europa. Bedeutende europäische Zentren der Herstellung waren Cordoba, Barcelona, Granada, Valencia und Madrid.
In der Barockzeit galt eine klare Abstufung in der Wertigkeit von wandgestaltenden Materialien: An erster Stelle standen Marmorverkleidungen, Spiegel und Wandteppiche. Danach folgten Seiden- und Samtbrokate oder auch die Goldledertapete. Als einfachste Wandbekleidung wurden schlichte Stoffe gewählt.
Auf Kalb-, Ziegen- oder Schafleder wurde eine feine Blattsilberschicht aufgelegt, die mit Hilfe eines gelb-braunen Firnisses das Aussehen von Gold erhielt. Anschließend wurde mit Holzmodeln das Muster aufgedruckt und mit Punzierungen verfeinert.
Nach der Vertreibung der Mauren aus Spanien verbreitete sich die Kunst der Goldlederherstellung über ganz Europa. Einen handwerklichen Höhepunkt fand die Goldlederherstellung in den nördlichen Niederlanden. Hier wurde eine Prägetechnik entwickelt, die dem Leder ein stark erhabenes Relief gab.
Ledertapeten zählten wegen des teuren Rohstoffs und der aufwendigen Herstellung zu den Luxusgütern und waren nur in Schlössern, Adelshäusern und sehr wohlhabenden patrizischen Haushalten der Städte anzutreffen. Ihre große Haltbarkeit wurde häufig hervorgehoben. Dies führte auch zu ihrer Ablösung, da sie schneller wechselnden Moden im Weg standen. Zum Ende des 18. Jahrhunderts hatten alle bedeutenden Werkstätten Europas ihre Produktion eingestellt.
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