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Orangerie
Astronomisch-Physikalisches Kabinett

Die landgräfliche Sammlung wissenschaftlicher Instrumente verdankt ihre Entstehung einer kontinuierlichen Förderung der Naturwissenschaften durch die hessischen Landgrafen. Die fünf Ausstellungsbereiche Astronomie, Uhren, Geodäsie, Physik und Mathematik/Informationstechnik führen dem Besucher die ganze Bandbreite der entstehenden messenden Naturwissenschaften von der Spätrenaissance bis zum Vorabend der industriellen Revolution vor Augen. Sekundenpendeluhren, Vakuumpumpen, Mikroskope, Elektrisiermaschinen, frühe Rechenmaschinen und Quadranten wurden von den Landgrafen für Lehr- und Forschungszwecke angeschafft. Mechanische Himmelsgloben und astronomische Kunstuhren halfen wie die heutigen Planetarien durch ihre uhrwerksgetriebene Simulation der Himmelsbewegungen den Kosmos zu verstehen, dienten aber zudem als Pretiosen des Wissens, in denen sich Kunst und Naturwissenschaft zu einem einheitlichen Ganzen vereinigen.

Das Planetarium für 50 Personen im 3. OG als modernes Pendant zu den astronomischen Kunstuhren nimmt den Besucher mit auf Abenteuerreisen durch die moderne Kosmologie und Astronomie. In den Ausstellungsräumen des Astronomisch-Physikalischen Kabinetts finden darüber hinaus regelmäßig oder auf Wunsch Vorführungen statt.

 

Aktuelles

Seit Mitte Februar 2015 ist der neue Dauerausstellungsbereich „Raum- und Zeitmessung: 1600 – 1900“ wieder eröffnet:

Heutzutage hat jeder Mensch im Alltag ständig mit den modernen Errungenschaften der Raum- und Zeitmessung zu tun. Man verabredet sich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort, den man zuvor nie besucht hat. Um dort pünktlich auf die Minute anzukommen, benutzen wir die Armbanduhr am Handgelenk, das Navigationsgerät im Auto oder Google Maps auf dem Handy. Um den enormen Wandel, der von 1600 bis 1900 auf dem Gebiet der Raum- und Zeitmessung stattgefunden hat, erfahrbar zu machen, ist die neue Ausstellung chronologisch aufgebaut.
Es beginnt mit prächtigen Uhren und Automaten, die von den hessischen Landgrafen vermutlich seit 1635 gesammelt wurden. Etwa zeitgleich als diese Sammlung entstand, tobte der Dreißigjährige Krieg und verheerte das nordhessische Gebiet. Den einzigen zuverlässigen Schutz gegen marodierende Truppen boten starke, geometrisch regelmäßige Festungsanlagen. Für deren Bau waren militärische Vermessungsisntrumente erforderlich, die nun erstmals in der Dauerausstellung zu sehen sind. Viele dieser militärischen Vermessungsinstrumente wurden später auch für die zivile Landvermessung genutzt. So etwa im späten 17. Jahrhundert, um eine Besteuerung nach Besitz vorzunehmen. Landgraf Carl lies zu diesem Zweck hervorragende Messinstrumente beschaffen. Doch diese Anschaffung allein reichte nicht aus: mangelhafte Ausbildung der Landmesser und Uneinigkeit über das Referenzmaß, welches zu verwenden war, führten zu erheblichen Problemen. Diese Divergenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit wird in der Ausstellung durch eine Gegenüberstellung von innovativen und alltäglichen Instrumenten aufgegriffen.
Bis in die Mitte des 17. Jhds. hatten Raum- und Zeitmessung kaum Berührungspunkte. Dies änderte sich in der zweiten Hälfte des 17. Jhds., als der niederländische Naturforscher Christiaan Huygens (1629 – 1695) erstmals versuchte, die von ihm erfundene Pendeluhr auf See als Werkzeug zur Bestimmung des Längengrades einzusetzen.
Landgraf Carl interessierte sich sehr für die neuen Uhrentechniken, da er seine Sternwarten mit diesen präzisen Zeitmessern ausrüsten wollte. Aus diesem Grund besitzt das Astronomisch-Physikalische Kabinett eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen innovativer Uhren aus jener Zeit.
Zum Ende der Ausstellung wird der Besucher in das Zeitalter der Industrialisierung entführt: Durch die Erfindung der Eisenbahn wurden Entfernungen schnell überwindbar. Für das Einmessen der Eisenbahnstrecken waren genaue Karten unverzichtbar. Für das Einhalten der Fahrpläne war eine genaue Zeitmessung vonnöten. Waren Uhren und Vermessungsinstrumente noch im 18. Jhd. seltene Luxusgüter, wurden sie nun zur relativ günstigen, bald industriell gefertigter Massenware. Folgerichtig sind die ausgestellten Exponate, anders als zu Beginn des Rundgangs nicht mehr formschön, sondern größtenteils zweckmäßig.
Kernstück dieses Ausstellungsbereichs sind Uhren und Messinstrumente aus dem ehemaligen Bestand der Hamburger Sternwarte, die in den späten 1950er Jahren der Sammlung geschenkt wurden. Highlights sind Präzisionspendeluhren aus der Zeit um 1900, die in Hamburg und anderen Häfen dazu eingesetzt wurden, den Lotsen auf den Schiffen auf die Sekunde genau die richtige Referenzzeit zu liefern. Die Anordnung der Uhren im einstigen Zeitdienstzimmer der Sternwarte wurde in der Ausstellung rekonstruiert, ebenso wie der Zeitball des Hamburger Hafens, der immer um 12 Uhr Greenwich Meantime an einer Stange ein Meter in die Tiefe fiel. Im Museum fällt der rekonstruierte Zeitball, der durch eine Funkuhr gesteuert wird, jede volle Stunde. So kann jeder Besucher seine eigene Uhr genau einstellen.

 

Es gibt neue spannende Themenführungen durch das Astronomisch-Physikalische Kabinett!

 

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