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weißensteinflügel

ma11474_Foto Uwe RüdenburgSpeisesaal im Weißensteinflügel, Foto: Uwe Rüdenburg

Im Südflügel von Schloss Wilhelmshöhe – dem Weißensteinflügel – befanden sich ursprünglich die repräsentativen Räumlichkeiten und privaten Appartements der landgräflichen Familie und ihrer hochrangigen Gäste. Der Weißensteinflügel gehört neben dem Schloss Wilhelmsthal in Calden und der Löwenburg zu den Schlossmuseen der Museumslandschaft. Er verfügt als einziges der Kasseler Schlösser über seine historische Einrichtung und hat den Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstört überstanden.

Bauherr Landgraf Wilhelm IX., späterer Kurfürst Wilhelm I. (reg. 1785-1821), ließ seine Gemächer im frühklassizistischen Stil gestalten. Neben der exklusiven Möblierung repräsentiert das lichte Rondellzimmer der Beletage dem Besucher heute ein prägnantes Raumbeispiel dieser frühen Ausstattungsphase. König Jérôme von Westphalen (reg. 1807-1813) und seine Nachfolger wandelten das Interieur nach dem Vorbild des Empirestils grundlegend um. Unter seiner Herrschaft gelangten vor allem wertvolle Mahagonimöbel aus Pariser Manufakturen nach Hessen. Aus der Zeit Kurfürst Wilhelms II. (reg. 1821-1831) stammen das Marmorbad mit illusionistischen Wandmalereien, eine Gemäldegalerie mit Werken von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (1722-1789), seinem Schüler Wilhelm Böttner (1752-1805) sowie von hervorragenden französischen Meistern des 18. Jahrhunderts ergänzt die Einrichtung um weitere Höhepunkte.

Der Weißensteinflügel bietet heute keinen vollständig authentischen Einblick mehr in die höfische Wohnkultur um 1800. Er vereint jedoch herausragende Beispiele höfischer Ausstattungsgegenstände des Louis-Seize (Frühklassizismus) und des Empire. Sie stammen zum Teil aus dem ursprünglichen Inventar des Weißensteinflügels, zum Teil auch aus heute nicht mehr erhaltenen Kasseler Schlössern und Palais.

Mit einer Führung können Gäste innerhalb der 23 historischen Schlossräume noch heute auf den Pfaden der Kurfürsten von Hessen-Kassel wandeln.