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zur baugeschichte der neuen galerie

Ursprünglich für die kostbare Gemäldesammlung des Landgrafen Wilhelm VIII. (reg. 1751–1760) genutzt, wurde das frühere Museumsgebäude an der Schönen Aussicht während der französischen Besatzungszeit von Jérôme Bonaparte, König von Westphalen (reg. 1807–1813) zu dessen Stadtresidenz umfunktioniert und durch das Einziehen von Zwischendecken für eine weitere Nutzung als Ausstellungsgebäude unbrauchbar. Erst durch die Initiative des damaligen Oberpräsidenten Eduard von Möller (1814–1881) konnte ein Neubau nach dem Vorbild der Alten Pinakothek in München durch den Architekten Heinrich von Dehn-Rotfelser (1825–1885) realisiert werden.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Gebäude schwere Schäden und war lange Zeit vom Abriss bedroht. Das 1962 von Erich Herzog, dem damaliger Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen, vorgelegte Nutzungskonzept sah eine Verlagerung der Gemäldegalerie Alte Meister ins Schloss Wilhelmshöhe vor. Einer Neueröffnung des Gebäudes als „Neue Galerie“ stand 1976 somit nichts mehr im Wege.

Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Kasseler Museumslandschaft wurde das Gebäude von 2006 bis 2011 unter der Leitung des Berliner Büros Staab Architekten umfassend saniert und modernisiert. Die Verlagerung der Bestände des 18. Jahrhunderts – Werke der Malerfamilien Tischbein und Nahl – ins Schloss Wilhelmshöhe zählt dabei zu den wichtigsten inhaltlichen Veränderungen.