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provenienzrecherche zu den gemäldeerwerbungen

der städtischen kunstsammlung 1933 bis 1959

m10464.jpgOswald Achenbach, Das Fest der Hl. Lucia in Neapel, Neue Galerie (Städtischer Kunstbesitz). Erworben 1943 über die Galerie Heinemann, Wiesbaden

Die Gründung der Städtischen Kunstsammlung Kassel geht auf Stiftungen und Erwerbungen des 19. Jahrhunderts zurück. Ihr Schwerpunkt liegt in der Malerei des 19. Jahrhunderts als Ergänzung und Fortführung der Staatlichen Kunstsammlungen. Ihre Geschichte ist geprägt von einer anhaltenden Suche eines geeigneten Ausstellungsortes und der Diskussion um die inhaltliche Ausrichtung der Sammlung.

1921 wurde die erste Städtische Gemäldegalerie im Residenzpalais eröffnet, wo sie bis 1934 verblieb. 1937 eröffnete die neu geordnete (d.h. von modernen Werken „befreite“, z.B. Carl Hofer, Lyonel Feininger) Galerie im Kunsthaus am Ständeplatz. Nach dem 2. Weltkrieg gab es einzelne Sonderausstellungen mit Werken der Galerie, bis 1954 im Palais Bellevue ein neuer Standort gefunden wurde, wo die Sammlung bis 1966 verblieb. 1971 wurde die Städtische Kunstsammlung schließlich als Dauerleihgabe unter die Verwaltung der Staatlichen Kunstsammlungen (heute Museumslandschaft Hessen Kassel) gestellt, um zusammen mit den modernen Werken der Staatlichen Kunstsammlungen den Grundstock für eine Sammlung der Moderne zu bilden, die 1976 im wiederaufgebauten Galeriegebäude an der Schönen Aussicht als Neue Galerie eröffnet wurde. Seit dieser Zeit wird die Sammlung der Moderne kontinuierlich durch Erwerbungen der Stadt Kassel und des Landes Hessen erweitert.

Da es sich bei der Sammlung um städtisches Eigentum handelt, gehören die Werke nicht in den Aufgabenbereich der Zentralen Stelle für Provenienzforschung des Landes Hessen, die seit 2015 am Museum Wiesbaden angesiedelt ist. Es handelt sich zudem um Erwerbungen, die in eigenen Inventarbüchern geführt wurden und zu denen eigenes, bislang nicht ausgewertetes städtisches Archivmaterial vorliegt. Gleichwohl wird das Forschungsprojekt in enger Abstimmung mit der Zentralen Stelle für Provenienzforschung durchgeführt. Weiterhin liegen aufgrund des bereits abgeschlossenen Projekts zu den Erwerbungen der Staatlichen Kunstsammlungen 1933 bis 1945 einschlägige Erkenntnisse zum Kunstmarkt dieser Jahre vor, so dass die Fokussierung zunächst auf diesen Zeitraum als sinnvoll erscheint. Insgesamt handelt es sich um 259 Gemälde, die in diesem Zeitraum erworben wurden.

Das Projekt wird von der Museumslandschaft Hessen Kassel in Kooperation mit der Stadt Kassel durchgeführt. Projektleitung: Dr. Justus Lange, Provenienzbeauftragter der MHK, Projektbearbeitung: Günther Kuss