Rückseite eines untersuchten Gemäldes, Foto: Ute Brunzel

provenienzgeschichten

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Die Erforschung der Herkunft eines Werkes ist in der jüngeren Vergangenheit mit dem Begriff »Provenienzforschung« zu einem weithin bekannten und diskutierten Feld der kunsthistorischen Forschung geworden. Spätestens seit dem »Fall Gurlitt« ist das Wort in aller Munde und steht für einen Aspekt der dunkelsten Geschichte Deutschlands: der Raubkunst.

Doch die Erforschung der Provenienz eines Werkes kann viel mehr, da sich dem Kunstwerk im Verlauf seiner Wanderung von einer Sammlung zur nächsten, von einem Kontext zum anderen gleichsam Geschichten einschreiben. So spricht man heute gerne von einer Biographie des Objekts. Spuren dieser Objektwanderung finden sich zumeist auf der Rückseite von Gemälden in Form von Nummern, Aufklebern oder Beschriftungen. Mit detektivischem Gespür ausgestattet, eröffnen diese nüchternen Spuren der Provenienzforschung manchmal den Weg zu ungeahnten Geschichten.

Die Kasseler Gemäldegalerie bietet hierzu reiches Material. Manche Werke lassen sich bis zu ihrem Entstehungszeitpunkt zurückverfolgen. Andere waren bevor sie nach Kassel gelangten schon in vielen Sammlungen, an vielen Orten, in verschiedenen Kontexten. Manche Vorbesitzer waren berühmte Persönlichkeiten wie der niederländische König Willem II. Andere waren berüchtigt wie etwa Hermann Göring, der eine riesige Menge zusammenraffte. Mit wieder anderen verbinden sich rührende Liebesgeschichten aber auch tragische Ereignisse. Bilder haben also nicht nur ihre Schicksale, sondern Schicksale verbinden sich mit Bildern.
Das und viel mehr zeigt die Publikation, die durch die drei Etagen der Gemäldegalerie Alte Meister im Schloss Wilhelmshöhe führt und im Museumsshop im Schloss Wilhelmshöhe erhältlich ist.

Provenienzgeschichten. Gemäldegalerie Alte Meister. Schloss Wilhelmshöhe, Kassel, bearbeitet von Justus Lange, Günther Kuss und Stefanie Rehm, hrsg. von der Museumslandschaft Hessen Kassel, Kassel 2017.