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Ausstellungskatalog »PLAKAT KUNST KASSEL«

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Was hat ein Blumenkohl mit einer Galerie für zeitgenössische Kunst zu tun? Kann ein Schriftzug den Inhalt eines Films ausdrücken? Wie veranschaulicht man die Sinnlichkeit von Kunsterfahrung in einem Anschlag? Und was hat die Frankfurter Hausbesetzerszene der 1970er Jahre auf einem Theaterplakat zu suchen?

An der Kasseler Hochschule waren seit der Nachkriegszeit im Bereich Grafikdesign immer wieder herausragende Professoren und Studierende tätig, die ungewöhnliche Lösungen für komplexe grafische Probleme fanden. Die Plakate von Karl Oskar Blase (*1925), Hans Hillmann (1925-2014), Gunter Rambow (*1938), Frieder Grindler (*1941) oder Ott & Stein gehören längst zu Klassikern des internationalen Grafikdesigns. Obwohl viele ihrer Plakate in Katalogen wie Ausstellungen sehr präsent sind, wurde ihr kulturhistorischer Kontext bislang kaum beachtet. Dieses Defizit versucht die Kasseler Ausstellung, die von einem wissenschaftlich ambitionierten Katalog begleitet wird, zu beheben. Dabei entstehen immer wieder spannende Einblicke in die Kulturgeschichte der Bundesrepublik nach 1945 – vom Kalten Krieg über die Atomkraftdiskussion bis zur Studentenrevolte, von der Entnazifizierung bis zum Aufstieg der Grünen – die Plakate bringen nicht nur komplexe Sachverhalte grafisch auf den Punkt, sondern fangen mit Witz und Fantasie Zeitgeschichte ein. Erstmals wird auch die Geschichte des documenta-Designs anhand der 13 bislang für die Weltkunstausstellungen gestalteten Plakate thematisiert.

Plakat Kunst Kassel. Ausstellungskatalog bearbeitet von Christiane Lukatis und Bernadette Winkler. Kassel 2016. 272 S., 146 Abb. farbig, 48 Abb. s/w, 24,90 Euro.